Der Samsökiller - einfach fängig!


Bindeanleitung

Zutaten:
Haken: Patridge Seastreamer Hooks Gr. 2- 8
(oder alternativ langschenklige Streamerhaken wie z.B. Kamasan B800)
Bindeseide: gerne braun (aber Hauptsache stabil)
Schwanz: Fuchshaar vom Polarfuchs, 3 Fäden Flashabou, ggf. etwas Marabou
Sicherungstrichter/Halskrause für die Schwinge: kurz geschnittenes Bucktail (nicht zu dick)
Körper: farbiges (gerne braun) Dubbing mit etwas glitzerndem Dubbing (Ice Dub) abgemischt, Hahnenhechel (zumeist) braun
Augen (optional): schwarze Kettenaugen (kleine Größe, keine Plastikaugen)
Beschwerung: konzentriert Bleidraht im vorderen Drittel des Schenkels
Länge: 4-18cm!

Bindeschritte:
Zunächst wird der Schwanz mitsamt dem Trichter eingebunden. Hierfür wird zuerst kurzes Bucktail eingebunden (je nach geplanter Schwanzlänge auf ca. 4-8mm Länge abschneiden), Danach wird der eigentliche Schwanz - also das deutlich längere Fuchshaar - eingebunden. Oben auf das lange Fuchshaar kommen 3 Fäden Flashabou (2 x seitlich und 1 x oben mittig drauf). Über das Flashabou positioniert man (optional) etwas Marabou (wenig und nur die feinen Spitzen). Zuletzt kommt wieder kurzes Bucktail über den Schwanz (siehe Bild). Ebenfalls wird beidseitig seitlich kurzes Bucktail eingebunden. Man formt quasi einen Trichter aus kurz geschnittenem Bucktail um den eigentlichen Schwanz. Dieser Trichter / diese "Halskrause" verhindert sehr erfolgreich das "Eintailen" (Vertüddeln) des Schwanzes beim Werfen. Zum Abschluß wird das gesamte Material des Schwanzes (inklusive des Trichters) unterwickelt, so dass dieses leicht nach oben ab steht.
Man benötigt etwas praktische Erfahrung, um ein Gefühl für die optimale Abstimmung zwischen Trichterlänge und Schwanzlänge zu entwickeln. Wenn das Verhältnis stimmt, tailt diese Fliege NICHT ein. Auch nicht beim Fischen gegen den Wind!
Nun werden (optional) die Kettenaugen unter den Hakenschenkel eingebunden. Diese sorgen (kurz vor der Hakenspitze - also hinten - eingebunden) für den konstant mit der Hakenspitze nach unten ausgerichteten Lauf der Fliege. Ist der Schwanz lang genug und gut unterwickelt, richtet sich die Fliege bei einem gewichtigen Hakenbogen auch ohne die Augen als Kontergewicht gut und konstant mit der Hakenspitze nach unten aus.
Mit starkem Bleidraht formt man einen Kiel zwischen den Augen und dem Öhr. Hierfür bindet man zwei Streifen Bleidraht parallel unter den Hakenschenkel und einen dritten Streifen in die so entstandene Kerbe hinein. Alternativ kann man den Bleidraht auch um den Schenkel wickeln. Verteilen Sie das Gewicht möglichst konzentriert im vorderen Bereich des Schenkels! Im Endresultat sollte die Fliege kräftig "jiggen" (auf und ab laufen) und die Hakenspitze nach unten haben.
Sonst fischen Sie KEINEN Samsökiller! ;)
Jetzt wird die Hechel am Hakenbogen eingebunden.
Hierfür zupft man die Hechel einseitig am Kiel entlang ab. Sie wird mit der dünnen Kielseite zuerst (nach hinten weg stehend) eingebunden.
Der Körper wird von vorne nach hinten mit möglichst wenig Dubbingmix geformt (Dubbing etwas "hochkämmen"). Nun wickelt man die Hechel von hinten nach vorne zum Öhr und bindet sie - nachdem man den Faden (als Sicherung über die Hechel gewickelt) nachgeführt hat, ab.

Bindetipp:
Weniger ist mehr!
Verwenden Sie möglichst wenig Material für den Körper, und setzen sie die Augen nicht ganz nach vorne. Im Frontbereich soll möglichst wenig Wasserwiderstand das schnelle Abkippen und Absinken der Fliege gewährleisten.
Dosieren Sie die Bleimenge so, dass die Fliege einerseits noch gut zu werfen und andererseits ein deutliches Jigging zeigt!

Das Gewicht der Fliege sollte - je nach Größe der Fliege und der verwendeten Schnurklasse - zwischen 0,8 und 1,3 Gramm liegen.
Eine günstige und durchaus ausreichende Waage bekommt man für gewöhnlich über "Ebayyy" aus Fernost.

Binder:

Bernd Ziesche

Je nach Jahreszeit und Situation am Fischwasser kann man Farbe und Größe der Fliege erfolgreich variieren. Ich selbst bevorzuge zumeist Brauntöne, dem typischen Blasentang angepasst!
Das gesamte Verhalten dieser Fliege - nicht das Material im exakten Detail, sorgt für ihren hohen Fangerfolg. Auch die Qualität der Hechel spielt keine entscheidene Rolle für den hohen Fangerfolg von diesem Muster (siehe hierzu Bild oben).

Zum Einsatz der Fliege:

Diese Fliege besitzt ein herrlich lebhaftes Spiel unter Wasser. Man kann sie einerseits sehr langsam und andererseits sehr schnell führen.
Durch die Bleibeschwerung im Kopfbereich zeigt diese Fliege einen sehr deutlichen "Jigging-Effekt" - also ein lebhaftes Auf- und Abspiel.
Um diesen Effekt noch zu verstärken, ist ein Schlaufenknoten sehr hilfreich. Ich verwende hier den Non-Slip-Mono-Loop-Knoten.
Vorsicht: Der Rapalla-Knoten bildet im Gegensatz zu dem von mir angewandten Knoten mit dem nach oben stehenden Schnurende einen herrlichen Krautfänger.
Der Windwiderstand dieser Fliege ist sehr gering. Sie läst sich hervorragend werfen und "tailt" - richtig gebunden - absolut nicht ein.

"Gibt es keine Fehlbisse auf den langen Schwanz?"

- eine Frage, die mir immer wieder gestellt wird.
Der entscheidene Punkt ist die sehr schnelle Führung - insbesondere bei Verwendung des Samsökillers mit langem Schwanz. Wenn die Meerforelle nur auf den Schwanz beißt, zieht man ihr das weiche (und wenige) Material aus dem Maul heraus, ohne dass sie die Unechtheit der vermeintlichen Beute spürt. Sie fasst nach, und mit der in dem Moment NOCH SCHNELLEREN Führung wird der Haken zumeist sehr gut gesetzt!
Nicht ohne Grund hat dieses Muster binnen kürzester Zeit einen sehr hohen Bekanntheitsgrad unter den Küstenanglern erreicht.
In entsprechender Größe gebunden, eignet sich der Samsökiller sogar durchaus, um "gezielt" (mit möglichst guter Chance) auf große Meerforellen zu fischen. Bei schneller Führung kommt die Silhouette einem Tobiasfischchen (Sandaal) nahe.
Bei langsamer Führung läßt sich mit der kleinen oder mittleren Größe diesen Musters sehr schön eine Garnele imitieren.

Wenn es eine Meerforellenfliege gibt, mit der ich das ganze Jahr hindurch auskommen könnte, so ist es tatsächlich dieses Muster - das Resultat nach einigen Jahren intensiven Fischens mit dem Samsökiller.

Und noch ein kleiner Tipp:
Verändern Sie das Zusammenspiel aus Materialmenge (die 3 Flashaboufäden sollten bestehen bleiben), Materialsteifheit, Bleimenge, Bleiverteilung und Führung regelmäßig einmal. Sie erhalten auf diesem Weg sehr schnell das wichtige Gefühl dafür, wie der Samsökiller IM WASSER aussehen sollte, und worauf es im Detail beim Binden ankommt.
Ein kleiner Unterschied IST oft entscheidend!
Schauen Sie gerne einmal auf den Themenbericht:
Kennzeichen einer besonders erfolgreichen Fliege
>>HIER klicken!

Herzlich Ihr
Bernd Ziesche

p.s.: Vielen Dank für die zahlreichen Emails mit all den tollen Fangmeldungen auf den Samsökiller!!!




auf einen Blick:



Vielen Dank an dieser Stelle für die zahlreichen Zusendungen von Fangmeldungen mit dem Samsökiller!!!

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